TROCKENZONE  •  Kontext: Abhängigkeit
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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mit einer eigenen Belastung (auch als Co~Abhängigkeit) involviert in die Abhängigkeits-Thematik, -Problematik oder -Erkrankung einer*eines anderen,

meist in der Lebenssituation als Partner*in oder Angehörige*r.
 
 
  Belastung  
 
Während selbst-Betroffene in der Abhängigkeit immerhin noch eine subjektiv vermeintlich irgendwie "positive" Wirkung erleben, sehen sich die indirekt mit~Betroffenen meist schon früh vor allem mit den negativen Auswirkungen der Problematik oder Erkrankung der*des anderen konfrontiert.
 
 
  Konflikt  
 
Nähe, Zuneigung, Liebe, Mitgefühl, Verständnis, Vertrauen — gerade auf dieser wertvollen Basis jeder Beziehung wächst dann die Sorge um die*den andere*n — und es wächst das Verantwortungsgefühl, ihr*ihm irgendwie aktiv helfen zu wollen, ja zu müssen.

In der Erfolglosigkeit solcher Bemühungen wird dann aus der Sorge Angst, aus dem Verantwortungsgefühl Überforderung und aus der Hilfsbereitschaft Hilflosigkeit.

Tiefe emotionale Bindung einerseits — und andererseits Ohnmacht, Enttäuschung, Scham- und Schuldgefühle, Verzweiflung — genau das ist der innere Konflikt, der für mit~Betroffene kaum lösbar, oft aber unendlich kraftraubend, schmerzlich und belastend ist.
 
 
  Gewichtung  
 
Diese Belastung ist ...
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besonders schwer:
für Partner*innen von Menschen mit Abhängigkeits-Erkrankung;
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extrem schwer:
für die Eltern von Jugendlichen mit Abhängigkeits-Erkrankung;
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katastrophal:
für die Kinder von Eltern(teilen) mit Abhängigkeits-Erkrankung.
(Hier muss der nicht betroffene Elternteil sofort aktiv werden!)
 
 
  Muster  
 
Unter diesem enorm hohen emotionalen Druck können sich fatale Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster entwickeln und verfestigen,
etwa ...
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Versuche, die*den Betroffene*n zur Einsicht zu bringen;
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Versuche, für die*den Betroffene*n Hilfe zu organisieren;
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Fokussierung auf das (Sucht-) Verhalten der*des anderen;
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Vermeidung: Kontrolle oder Entsorgung von Suchtmitteln;
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Resignation: Beschaffung / Finanzierung von Suchtmitteln;
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Mitwirkung bei Tarnung oder Verheimlichung des Problems;
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Androhung von Konsequenzen + Inkonsequenz (Rückzieher);
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Übernahme von Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen;
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Vernachlässigung eigener Pflichten, Interessen, Bedürfnisse;
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Reparatur der realen (sozialen / wirtschaftlichen) Folgen;
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Trennung + Wieder-Versöhnung (Stop & Go);
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Erpressbarkeit (emotional, finanziel);
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Ohnmächtiges Ertragen;
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Selbstentwertung, Selbstentfremdung, Selbstaufgabe.
 
    Selbsteinschätzung 
 
  Fragen › Co~Abhängigkeit  
 
  Co~Abhängigkeit  
 
Mit~Betroffene können schließlich ganz in die Abhängigkeit der*des anderen eingebunden sein. Die Abhängigkeit der Betroffenen findet dann ihre Fortsetzung in der sogenannten Co~Abhängigkeit der mit~Betroffenen.

Abhängigkeit und  Co~Abhängigkeit "funktionieren" dann innerhalb des gemeinsamen Beziehungs-Systems. Und die beiden Formen der Abhängigkeit stabilisieren und verstärken sich dabei gegenseitig.
 
 
  Folgen  
 
Co~Abhängigkeit ist offiziell (noch) nicht als Erkrankung definiert — sie ist aber oft mit psychosomatischen Symptomen oder Folge-Erkrankungen verbunden:
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Stress / Druck / Überforderung / Resignation / Rückzug / Isolation;
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körperliche und/oder emotionale Erschöpfung; Schlafstörungen;
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chronische Schmerzen, Gewichtsprobleme, Essstörungen;
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eigene Suchtentwicklung (Medikamente / Alkohol);
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BurnOut / Depression / Suizidalität.
 
 
  Auswege  
 
Angemessen kann oft eine Doppel~Strategie sein: Abgrenzung ( 1 ) und Aktivierung ( 2 ) der*des indirekt selbst~Betroffenen zum ersten eigenen Schritt. Also — ein neues  + ein neues ,
z.B.: 

Nein, ich kann das/dich so nicht mehr ertragen!
+
Aber ja, ich bin bei dir, wenn du jetzt sofort in die Entgiftung gehst.
 

Der erste, wichtigste und auch wirksamste Schritt ist aber immer die konsequente Los~Lösung aus der eigenen Co~Abhängigkeit — in Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstfürsorge.
 
 
 
 
 
 
 
   
Abhängigkeit
 
 
   
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Abstinenz
 
 
 
   
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